Datenschutz bei der Nutzung von ChatGPT und anderen KI-Systemen

Datenschutz bei der Nutzung von ChatGPT und anderen KI-Systemen

Chatbots und KI-Systeme sind derzeit in aller Munde und viele Unternehmen m√∂chten sie in ihre Prozesse integrieren. ChatGPT ist ein solches KI-System, das durch seine F√§higkeit, menschen√§hnliche Unterhaltungen zu f√ľhren, besondere Aufmerksamkeit erregt hat. Jedoch sollten Unternehmen bei der Nutzung von ChatGPT und √§hnlichen Systemen vorsichtig sein.

Entsprechend hat der¬†Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber¬†k√ľrzlich Bedenken ge√§u√üert, wonach solche Systeme gegen die Grunds√§tze der¬†DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung)¬†versto√üen k√∂nnen. Insbesondere die mangelnde Transparenz der Algorithmen und die Gefahr der Verarbeitung personenbezogener Daten¬†ohne Einwilligung der betroffenen Personen¬†sind Punkte, die aus Sicht des Datenschutzes ber√ľcksichtigt werden m√ľssen. Bei Unt√§tigkeit w√ľrde eine¬†Sperrung¬†¬†im Rahmen der DSGVO auch in Deutschland m√∂glich sein, insbesondere dann, wenn ein Versto√ü gegen die Grunds√§tze der Datenverarbeitung vorliegt und keine angemessenen Schutzma√ünahmen ergriffen wurden.¬†

Wie lautet der Vorwurf?

Die italienische Datenschutzbehörde hat u.a. folgende Verstöße gegen die DSGVO festgestellt:

[1] OpenAI verstieß mutmaßlich gegen die Informationspflicht nach Art. 13 DSGVO bei der Erhebung personenbezogener Daten bei der betroffenen Person . 

[2] Zudem m√ľssen Unternehmen eine Rechtsgrundlage f√ľr die Verarbeitung personenbezogener Daten haben. Dies kann beispielsweise die Einwilligung der betroffenen Person sein.

[3] Zus√§tzlich wird OpenAI vorgeworfen, gegen¬†Art. 8¬†in Verbindung mit¬†Art. 25¬†der DSGVO versto√üen zu haben, indem keine Altersverifikation der Nutzer durchgef√ľhrt wurde. Dies kann dazu f√ľhren, dass Nutzer Antworten erhalten, die nicht ihrem jeweiligen Entwicklungsstand entsprechen und somit unangemessen sind.

Erste Reaktionen

Gerade im Hinblick auf die Verarbeitung personenbezogener Daten (Art.6 Abs 1 DSGVO) bleibt abzuwarten, wie Open AI auf die Anordnung der der italienischen Datenschutzbehörde reagieren und inwieweit diese auch umgesetzt wird. Denn das Training der Algorithmen auch unter Verwendung personenbezogenen Daten macht einen wesentlichen Teil des Geschäftsmodells aus.

Der ehemalige Datenschutzbeauftragte von Baden-W√ľrttemberg Stefan Brink kritisierte die Entscheidung der italienischen Datenschutzbeh√∂rde im Hinblick auf die Verarbeitung personenbezogener Daten. Er erkl√§rte, dass KI-Systeme regelm√§√üig personenbezogene Daten f√ľr Trainingszwecke nutzen. Dabei f√ľgte er hinzu: ¬†„Soweit die Daten allerdings aus dem Internet bezogen werden, √ľberwiegen regelm√§√üig die berechtigten Interessen der Entwickler gegen√ľber Schutzbed√ľrfnissen von Betroffenen.“ Aus diesem Grund handelt es sich bei deren Verwendung nicht zwangsl√§ufig um einen Versto√ü gegen die DSGVO. Brink vertritt hier eine durchaus umstrittene Auffassung.¬†

Ausblick

OpenAi hat nun eine Frist bis zum 30.04, um die M√§ngel zu beseitigen. Sollten die M√§ngel nicht innerhalb dieser Frist behoben werden, droht eine Strafe von bis zu 20 Millionen Euro oder √ľber vier Prozent des weltweiten Umsatzes des Unternehmens.¬†

Angesichts der aufgezeigten Bedenken bez√ľglich des Datenschutzes bei der Nutzung von ChatGPT und √§hnlichen KI-Systemen, sollten Unternehmen bei der Integration solcher Systeme in ihre Prozesse vorsichtig sein und die Grunds√§tze der DSGVO ber√ľcksichtigen. Insbesondere die mangelnde Transparenz der Algorithmen und die Verarbeitung personenbezogener Daten ohne Einwilligung der betroffenen Personen stellen ein Risiko dar.¬†

Wenn ChatGPT im Arbeitsalltag eingesetzt werden soll, dann auf eine Weise, die das Unternehmen rechtlich nicht zusätzlich exponiert. 

Falls Sie Fragen oder Bedenken zur Nutzung von KI-Systemen haben, zögern Sie nicht. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Datenschutz Consulting Dresden GmbH

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