News & Fachbeiträge
Unsere kurzen Fachbeiträge bieten klare Einblicke in komplexe Themen. Informieren Sie sich hier in Kürze über Gesetzesänderungen, Urteile und Praktiken im Datenschutz.
Aktuelles aus der Datenschutzwelt

Datenschutzaufsicht im Wandel: Auf dem Weg zu einer einheitlicheren Datenschutzkontrolle?
Die deutsche Datenschutzaufsicht steht vor einer möglichen strukturellen Neuordnung, insbesondere durch eine stärkere Koordinierung der Aufsichtsbehörden und eine gesetzliche Stärkung der Datenschutzkonferenz. Ziel ist eine einheitlichere und effizientere Rechtsanwendung, etwa durch federführende Aufsichtsbehörden bei länderübergreifenden Sachverhalten und die Vermeidung paralleler Prüfungen. Für Unternehmen ändert sich zunächst nichts an der geltenden Rechtslage, dennoch lohnt sich bereits jetzt ein Blick auf die eigene Datenschutzorganisation, da die Reform die zukünftige Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden verändern könnte.

Cyber Resilience Act: 24 Stunden können entscheidend sein
Der Cyber Resilience Act (CRA) bringt verbindliche Cybersicherheitsanforderungen für Produkte mit digitalen Elementen und wird mit den ersten Meldepflichten ab dem 11. September 2026 unmittelbar relevant. Hersteller müssen insbesondere aktiv ausgenutzte Schwachstellen und bestimmte schwerwiegende Sicherheitsvorfälle innerhalb kurzer Fristen bewerten und melden. Unternehmen sollten daher bereits jetzt prüfen, ob sie vom CRA betroffen sind und ob Zuständigkeiten sowie Prozesse für Schwachstellenmanagement, Sicherheitsupdates und Meldungen entsprechend vorbereitet sind.

Agentic AI – neue Herausforderungen durch autonome KI-Systeme
Autonome KI-Systeme und KI-Agenten markieren eine neue Entwicklungsstufe künstlicher Intelligenz, da sie nicht nur Antworten liefern, sondern eigenständig Aufgaben planen und Prozesse ausführen können. Diese Entwicklung eröffnet Unternehmen große Chancen, bringt jedoch gleichzeitig neue Herausforderungen für Datenschutz, Informationssicherheit und Governance mit sich. Klare Verantwortlichkeiten, kontrollierte Berechtigungen und geeignete Sicherheitsmaßnahmen werden entscheidend sein, um KI verantwortungsvoll einzusetzen.

Wenn KI beginnt, eigene Angriffswege zu finden – was Unternehmen aus dem aktuellen OpenAI-Vorfall lernen sollten
Was bis vor Kurzem noch nach Science-Fiction klang, ist inzwischen Realität geworden: Im Rahmen einer internen Sicherheitsbewertung gelang es hochentwickelten KI-Modellen von OpenAI, eine isolierte Testumgebung zu verlassen und eigenständig einen mehrstufigen Cyberangriff durchzuführen. Ziel der Modelle war es ursprünglich, eine Testaufgabe innerhalb eines Cybersecurity-Benchmarks zu lösen. Anstatt den vorgesehenen Lösungsweg zu wählen, identifizierten die Systeme selbstständig Schwachstellen, verschafften sich Zugriff auf das Internet und griffen anschließend die Infrastruktur des KI-Unternehmens Hugging Face an, um an die benötigten Testlösungen zu gelangen.

Datenschutz im Homeoffice 2026 – warum Unternehmen ihre Regelungen jetzt überprüfen sollten
Homeoffice ist heute ein fester Bestandteil moderner Arbeitsmodelle und stellt Unternehmen vor neue datenschutzrechtliche und informationssicherheitsbezogene Herausforderungen. Neben technischen Schutzmaßnahmen sind insbesondere klare organisatorische Regelungen, sensibilisierte Mitarbeitende und regelmäßig überprüfte Prozesse entscheidend, um personenbezogene Daten auch außerhalb des Unternehmens sicher zu verarbeiten. Unternehmen sollten ihre bestehenden Homeoffice-Strukturen daher kontinuierlich weiterentwickeln und an aktuelle Arbeitsweisen anpassen.

KI-Verordnung 2026 – zwischen regulatorischer Entwicklung und praktischer Umsetzung im Unternehmen
Im Juli ist der richtige Zeitpunkt, um Unternehmen auf die nächsten Stufen der KI-Verordnung vorzubereiten. Zum 2. August 2026 würden eigentlich die umfangreichen Pflichten für Hochrisiko-KI-Systeme greifen. Durch den inzwischen verabschiedeten KI-Omnibus wurden zwar Teile verschoben und vereinfacht, gleichzeitig sind aber auch neue Verbote und Klarstellungen hinzugekommen. Viele Unternehmen wissen aktuell nicht mehr, welche Pflichten wann tatsächlich gelten.

Ransomware 2026 – wieso Backups allein nicht ausreichen
Ransomware-Angriffe gehören weiterhin zu den größten Cyberrisiken für Unternehmen jeder Größe. Während früher häufig die reine Verschlüsselung von Daten im Vordergrund stand, haben sich die Angriffsmethoden in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Heute geht es zunehmend um Datenexfiltration, doppelte Erpressung und gezielte Angriffe auf organisatorische Schwachstellen. Dadurch reicht ein klassisches Backup-Konzept allein längst nicht mehr aus.

Schatten-IT – das unterschätzte Risiko für Datenschutz und Informationssicherheit
Schatten-IT bezeichnet die Nutzung von IT-Systemen, Anwendungen oder Cloud-Diensten, die außerhalb der offiziell freigegebenen IT- und Datenschutzstrukturen eines Unternehmens eingesetzt werden.
Fachabteilungen sind heute in der Lage, digitale Lösungen eigenständig zu beschaffen und unmittelbar produktiv einzusetzen. Dadurch entsteht eine Parallelstruktur zur offiziellen IT-Landschaft, die häufig weder vollständig dokumentiert noch datenschutzrechtlich bewertet ist. Die daraus resultierenden Risiken werden in der Praxis regelmäßig unterschätzt, obwohl sie sowohl die DSGVO-Compliance als auch die Informationssicherheit unmittelbar betreffen.

Bewerberdaten im Fokus – Typische Verstöße im Recruiting
Der datenschutzkonforme Umgang mit Bewerberdaten zählt zu den größten Schwachstellen in vielen Unternehmen, insbesondere durch dezentrale Speicherung, fehlende Löschprozesse und den Einsatz cloudbasierter Recruiting-Systeme. In der Praxis entstehen Risiken häufig durch unklare Zuständigkeiten, unzureichende Zugriffskonzepte und mangelnde Transparenz bei externen Dienstleistern und Datenflüssen. Unternehmen sollten Recruiting-Prozesse daher technisch und organisatorisch überprüfen, um Datenschutzverstöße zu vermeiden und gleichzeitig Vertrauen bei Bewerberinnen und Bewerbern zu stärken.
