Neues zum Datenschutz

Datenschutzfreundliche Webseitenanalyse-Tools

Webseitenanalyse hilft Betreibern, ihre Webseiten nutzungsfreundlich weiterzuentwickeln. Markführer ist Google Analytics. Nach Meinung vieler Datenschützer, ist dessen Einsatz rechtlich nicht ohne Risiken. Es bietet sich deshalb an, auch einmal auf die Alternativen zu schauen. 

Der Marktführer Google Analytics

Webseitenanalyse-Tools sammeln und werten Daten zum Surf-Verhalten aus, damit Betreiber optimieren und besser werben können. Hierbei sind die meisten Funktionen des Tools von Google kostenfrei anwendbar. Gesammelt werden Informationen über die Seitenaufrufe, Klickverhalten, sowie Verweildauer auf der Seite. Diese Daten können dauerhaft mit dem jeweiligen Nutzer verknüpft werden, so entstehen personenbezogene Profile der Surfenden. Die Datensammlung durch Google Analytics liegt bei empfohlenen Standardeinstellungen in Google in der gemeinsamen Verantwortung vom Webseitenbetreiber und Google: es besteht eine gemeinsame Verantwortlichkeit ganz nach Art. 26 DSGVO. Somit sind die Webseitenbetreiber nicht nur Auftraggeber, sondern selbst zuständig für die rechtskonforme Nutzung des Analyse-Tools.

Kritik am Marktführer

Google Analytics wird vor allem deshalb immer wieder kritisiert, da unter anderem die IP-Adressen der Nutzer gespeichert und umfangreiche Nutzerprofile erstellt werden. Es besteht jedoch die Möglichkeit der sogenannten IP-Maskierung bzw. -anonymisierung, wofür die letzten Ziffern einer IP-Adresse gelöscht und somit nicht konkret verfolgbar werden.

Weiterer Kritikpunkt ist die Datenhaltung in den USA. Google ist ein amerikanisches Unternehmen. Die Datenschutzkonferenz (DSK) veröffentlichte diesbezüglich letztes Jahr ein Papier mit Hinweisen zum Einsatz des Tools. Zur rechtskonformen Nutzung müssen eine Reihe von Voraussetzungen sichergestellt werden. Neben der IP-Anonymisierung muss vor allem aktiv eine Einwilligung zur Nutzung des Tools durch die Webseitenbesucher eingeholt werden. Trotzdem bleibt umstritten, ob nach aktueller Rechtslage überhaupt eine rechtmäßige Übertragung personenbezogener Daten in die USA möglich ist. Für die Verantwortlichen einer Webseite bleibt ein Restrisiko. 

Doch selbst mit Einwilligung bleibt stets ein wichtiges Argument gegen Google Analytics: dass damit die Datenkrake Google weiteres Futter erhält. Zwar versichert Google, dass die über Google Analytics gesammelten Daten nicht weiterverkauft werden. Diese Daten können allerdings innerhalb der Google-Gruppe weiterverwendet und zum Beispiel für Werbezwecke analysiert werden.

Datenschutzfreundlichkeit kostet: warum Gratis nicht immer die beste Lösung ist

Doch der Markt bietet Alternativen. Häufig sind diese kostenpflichtig – Produkt ist hier das Tool selbst, nicht die Nutzer der analysierten Webseite. 

Der Ort der Datenspeicherungen und -transfers

Mit EU-basierten Providern bzw. Hosts von Analyse-Tools umgeht man einem Datentransfer in die USA (wie es bei Google der Fall ist), oder zu anderen Drittländern. Beispiele für EU-basierte Dienste sind unter anderem etracker Analytics, Plausible Analytics, Simple Analytics und Splitbee.

Auswahl der zu sammelnden Datensätze

Die genannten Tools sammeln zudem andere bzw. weniger Daten. Während es bei Google um die Nutzerprofile geht um dann zielgerichtet Werbung zu schalten, konzentriert stellt man Anonymität in den Vordergrund und konzentriert sich sonst auf das Surfverhalten  und die Conversion usw. Live-Analysen zeigen beispielsweise bei Fathom Analytics, wie Nutzer*innen mit der Webseite interagieren und wo sie sich genau aufhalten. Dabei werden bei Alternativen wie zum Beispiel Plausible Analytics die Datensätze anonym aufgenommen und ausgewertet.

Fazit

Die Webseitenanalyse als solche kann nicht weggedacht werden. Um dies guten Gewissens tun und Änderungen vornehmen zu können empfiehlt es sich, in Datenschutzfreundlichkeit zu investieren. Welches Tool das Beste ist, lässt sich endgültig nicht aussagen. Das hängt von dem jeweiligen Budget und den erwünschten Analysewerten ab.

Sollten Sie Fragen oder Anregungen zu der Etablierung von Webseiteanalyse-Tools haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Ihre Datenschutzbeauftragten

 

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Luisa Köhler
Datenschutzbeauftragte (TÜV)

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